Asklepios-Kliniken: Keine Kapellen durch die Hintertür!

AsklepiosDie Landesvorsitzende des DFV Nord, Angelika Scheer, hat sich vor einigen Tagen in einem Schreiben an die Asklepios Kliniken GmbH gewandt und bei dem Konzernvorstand die religiöse Prägung eines in Harburg eingerichteten "Raums der Stille" beanstandet. Da der Konzern darauf bislang nicht reagiert hat, dokumentieren wir diesen nunmehr offenen Brief.

Deutscher Freidenker-Verband e.V.
Landesverband Nord e.V.


Asklepios Kliniken GmbH
Vorstand
Rübenkamp 226
22307 Hamburg

Hamburg, 21.Januar 2010

Einweihung "Raum der Stille"
Asklepios Klinik Harburg


Sehr geehrte Damen und Herren,

es ist begrüßenswert, wenn in Kliniken, Heimen oder anderen der ganzen Gesellschaft zugänglichen Einrichtungen Räume der Stille geschaffen werden. Daher ist der Einweihung des "Raum der Stille" in der Klinik Harburg nichts entgegenzusetzen, wenn diese ausschließliche kirchliche Prägung nicht wäre.

Der Begriff "Raum der Stille" sollte von Neutralität, Solidarität und Integration geprägt sein. Es ist sehr befremdlich, wenn unter diesem Begriff quasi durch die Hintertür eine Kapelle geschaffen und installiert wird. Über die Hälfte der Hamburger Bevölkerung gehört keiner christlichen Kirche an, aber die ganze Bevölkerung finanziert über ihre Krankenkassen unter anderem auch Ihr Unternehmen.

Menschen anderen Glaubens oder Menschen mit einer atheistischen Weltanschauung werden hier ausgeschlossen und somit ihre Lebensweise und Gefühle missachtet.

Als Beispiel: Im "alten" AK Barmbek gab es bis zum Abriss einen "Raum der Stille", der einen ganz neutralen Charakter hatte und somit von allen Patienten und Beschäftigten gleichberechtigt genutzt werden konnte und wurde.

Ich fordere Sie auf, im Interesse der Mehrheit der in Hamburg lebenden Menschen deutscher oder ausländischer Herkunft neutrale konfessionsfreie Räume zu schaffen.

Mit freundlichem Gruß

Angelika Scheer
(Landesvorsitzende DFV Nord e.V.)